Wasser im Keller? Wie Versicherer den Begriff “Überschwemmung” definieren

Die Thematik „Wann liegt eine Überschwemmung vor“ bzw. „Wie wird diese definiert“ sorgt immer wieder für Fragen unserer Kunden.

Im Hinblick auf die aktuelle Wettersituation versuchen wir ein wenig Klarheit zu schaffen.

Grundsätzlich (bei nahezu allen Versicherern) wird die Überschwemmung im Rahmen einer Elementarschadenversicherung (typischerweise Bestandteil der Gebäudeversicherung, Hausratversicherung oder Betriebsinhaltsversicherung) nachfolgend definiert:

„Überschwemmung ist eine Überflutung von Grund und Boden, auf dem das versicherter Gebäude steht.“

Als Ursachen werden (meist) genannt:

  1. Ausuferung von oberirdischen (stehenden oder fließenden) Gewässern
  2. Witterungsniederschläge
  3. Austritt von Grundwasser an die Erdoberfläche infolge von a.) oder b.)

Nach der Auffassung des OLG Karlsruhe setzt bei einer solchen Formulierung eine Überschwemmung voraus:

  • dass erhebliche Wassermengen
  • erhebliche Teile des versicherten Grundstücks
  • so unter Wasser gesetzt haben
  • dass diese nicht mehr erdgebunden sind

Eine gezielte Ansammlung/Anstauung von Wassermassen auf bestimmten Flächen (wie z.B. Flachdächern, Terrassen oder Balkonen) reiche nicht aus und führe auf mangelnde Entwässerung zurück.

Steigt der Grundwasserpegel an, ohne dass Wasser an der Oberfläche austritt, liegt über die meisten Versicherungsbedingungen kein Versicherungsfall vor. Dieser Grundwasseranstieg ist insbesondere bei lang anhaltenden, starken Regenfällen möglich. Die Keller sind gegen dieses dann “drückende” Wasser baulich nicht durch eine sogenannte “weiße Wanne” geschützt und das Wasser drückt dann durch die Bodenplatte oder Kellerwände ins Haus.

Wichtige Hinweise im Schadenfall:

Um im Schadenfall eine möglichst schnelle Bearbeitung und Prüfung durch den Versicherer zu gewährleisten, sollten Sie die folgenden Punkte beachten:

  • Melden Sie den Schaden zumindest telefonisch unverzüglich bei der Versicherungsgesellschaft und lassen Sie sich eine Schadennummer mitteilen (wir übernehmen dies für unsere Kunden gerne – außerhalb unserer Geschäftszeiten sollten Sie im Notfall direkten Kontakt mit der Gesellschaft aufnehmen)
  • Fotografieren Sie den Schadenort (sofern erkennbar).
  • Treffen Sie geeignete Maßnahmen um die Schadenhöhe zu mindern und Folgeschäden auszuschließen.
  • Füllen Sie die Fragebögen des Versicherers gewissenhaft und vollständig aus. Sofern Sie Fragen nicht beantworten können, vermerken Sie dies bitte.
  • Fotografieren Sie die beschädigten Sachen.
  • Bewahren Sie die beschädigten Sachen auf, bis der Versicherer den Schaden abschließend reguliert hat.
  • Vergeben Sie keine Reparaturaufträge oder ähnliches ohne vorher die Freigabe durch den Versicherer erhalten zu haben. Dies gilt nicht für notwendige Maßnahmen zur Schadenminderung.
  • Erstellen Sie ein Verzeichnis, in dem alle beschädigten oder zerstörten Sachen aufgeführt sind.
  • Legen Sie für die einzelnen Gegenstände Kopien der entsprechenden Kaufquittungen bei bzw. holen Sie Kostenvoranschläge ein oder schätzen Sie die ungefähre Schadenhöhe zunächst selbst.

 

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