D&O Versicherung – die Managerhaftpflicht

Gestiegener Leistungsdruck und eine deutlich strengere Auslegung von Vorschriften und Gesetzen belasten heute jedes kleine, mittlere und große Unternehmen. Fehler der Unternehmensführung werden schneller geahndet, was in den letzten Jahren zu einem starken Anstieg der Anspruchsmentalität geführt hat.

Gerade Investoren beäugen die Arbeit der Unternehmensführung mit Argus-Augen um das Investment zu schützen. Hier können sich Ansprüche ergeben, die der Investor Kraft Gesetz anmelden und prüfen muss.

Hinzu kommt, dass Manager und Geschäftsführer in der Öffentlichkeit immer kritischer beobachtet werden.

Tipps und Hinweise

Anders als der „normale“ Angestellte haften Geschäftsführer, Manager und leitende Angestellte für viele Fehler in ihrer täglichen Arbeit mit dem gesamten Privatvermögen. Schadensersatzansprüche seitens des Arbeitgebers, des Finanzamtes, des Sozialversicherungsträgers oder Lieferanten sind keine Seltenheit. Schutz gegen solche Schadensersatzansprüche bietet die D&O-Versicherung (Directors-and-Officers-Versicherung).

Was ist eine D&O und wann leistet diese Versicherung?

Die Begrifflichkeit D&O Versicherung kommt aus den USA und steht für Directors & Officers Versicherung –  auf Deutsch:  Vorstands- und Aufsichtsrats-Haftpflichtversicherung, oft auch Manager-Versicherung genannt. Sie ist eine spezielle Form der Haftpflichtversicherung und schützt das persönliche Vermögen von Geschäftsführern, Vorständen, Aufsichtsräten und anderen Organen juristischer Personen, wie z.B. Vereine oder Genossenschaften.
Die D&O Versicherung prüft typischerweise ob Ansprüche, die gegen den Versicherten geltend gemacht wurden, berechtigt sind. Ist das der Fall ist, wird der Schaden durch die Versicherung bezahlt.
Zur Prüfung der Ansprüche greift die D&O Versicherung auf das Know-How interner Spezialisten zurück, kooperiert aber auch mit externen Anwälten und Gutachten, falls erforderlich.

Wer ist im Rahmen einer D&O-Versicherung versichert?

Der versicherte Personenkreis umfasst neben Vorständen, Geschäftsführern und Aufsichtsräten auch Prokuristen und leitende Angestellte. Zusammenfassend kann man sagen, dass der Versicherungsschutz  der D&O typischerweise alle Personen in leitender Position im Unternehmen und auch in mitversicherten Tochterunternehmen umfasst.
Für das Unternehmen selbst besteht grundsätzlich kein Versicherungsschutz, obwohl dieses der Versicherungsnehmer ist und auch die Prämie bezahlt.

Wer kann eine D&O Versicherung abschließen und wer sind mögliche Anspruchsteller?

Versicherungsnehmer einer D&O können eine GmbH, eine GmbH & Co. KG, eine AG, ein Verein, eine Genossenschaft, ein Verband, kurz gesagt alle juristischen Personen sein.

Schadenersatzansprüche können unter anderem durch den Arbeitgeber bzw. die Gesellschafterversammlung (das eigene Unternehmen wendet sich gegen den Manager, man spricht hierbei von Innenanspruch), das Finanzamt, den Sozialversicherungsträger, Banken, Lieferanten oder andere Gläubiger des Unternehmens geltend gemacht werden.

Wie entsteht ein Schadenfall?

Stichwörter hier sind „Pflichtverletzung“ und „Inanspruchnahme“: Der Manager eines Unternehmens begeht im Rahmen seiner Tätigkeit eine Pflichtverletzung; eine leichte Fahrlässigkeit kann hier schon ausreichen. Ein daraus entstehender Vermögensschaden wird durch die Inanspruchnahme des Managers eingeleitet. Der Manager wird also in Haftung genommen.
Ein zusätzliches Risiko ergibt sich aus der gesamtschuldnerischen Haftung von Leitungsgremien. Das bedeutet, dass jedes Mitglied der Unternehmensleitung bzw. des Vorstands für die Pflichtverletzung eines Kollegen verantwortlich gemacht werden kann, auch dann, wenn man selbst alles richtig gemacht hat.

Warum ist es auch für ein Unternehmen von Vorteil, dass eine D&O-Versicherung besteht?

Das Bestehen einer D&O-Versicherung fördert die unternehmerische Entscheidungsfreude der versicherten Unternehmensleitung. Es ist wichtig, dass sich Manager auf ihre eigentliche Aufgaben konzentrieren können und sich in ihrem Tun und Handeln nicht ständig Gedanken über mögliche Schadenersatzansprüche machen müssen.
Auch für Investoren und Kreditgeber ist das Bestehen einer D&O Versicherung ein Qualitätsmerkmal. Und wenn es tatsächlich einmal zu Missmanagement kommen sollte, unterstützt die D&O Versicherung bei der Suche nach einer außergerichtlichen Lösung, um das Image und die Reputation des Unternehmens zu wahren

Die Schadenszenarien sind vielfältig:

  • Haftung wegen Steuerschulden des Unternehmens
  • Haftung wegen nicht abgeführter Sozialversicherungsbeiträge
  • Haftung wegen der Vereinbarung von Festpreisen ohne ausreichende Vorbereitung der unternehmerischen Entscheidung
  • Haftung wegen des Verjährenlassens
  • Haftung aufgrund von Forderungen wegen mangelhafter Organisation der Buchhaltung des Unternehmens
  • Haftung wegen der Nichtgeltendmachung von Steuervorteilen
  • Haftung wegen der Nichtbeantragung von Subventionen
  • Haftung wegen des Verkaufs von Waren auf Kredit ohne Bonitätsprüfung des Käufers im Vorfeld
  • Haftung wegen des Abschlusses von Verträgen, die außerhalb des Kompetenzrahmens liegen
  • Haftung wegen Insolvenzverschleppung

Eine kleine Auswahl wichtiger Leistungsverbesserungen, die Sie beachten sollten:

  • Welche Nachmeldefrist liegt dem Bedingungswerk zu Grunde?
  • Wer zählt zum versicherten Personenkreis?
  • Wann endet der Versicherungsschutz im Insolvenzfall?
  • Welche Risikoänderungen müssen dem Versicherer gemeldet werden?
  • In welchem Umfang sind Tochtergesellschaften mitversichert?
  • Besteht auch für operative Tätigkeiten Versicherungsschutz?
  • Reduzieren Abwehrkosten die Versicherungssumme?

Warum ein Preisvergleich nicht reicht

Ein Preisvergleich mit Angabe des groben Leistungsumfangs ist schnell erstellt. Doch was hilft Ihnen eine Versicherung mit dem günstigsten Preis und guten Bedingungen, wenn im Schadenfall die Unterstützung fehlt? Neben dem guten Preis-/Leistungsverhältnis stehen z.B. die folgenden Punkte im Fokus:

  • Wie erfahren ist der Versicherer in diesem Geschäftsfeld?
  • Welche Risikofragen werden bei Antragsstellung gestellt (Vermeidung von Obliegenheitsverletzungen)?
  • Wie aktuell ist das Bedingungswerk?
  • Werden besondere Ausschlussklausel vereinbart und wann können diese entfallen?

 

Je nach Situation unserer Kunden empfehlen wir die passende Gesellschaft. Dabei können wir auf unsere Erfahrung aus der Praxis und eine strukturierte Vorselektion zurückgreifen.

Ihre Ansprechpartner

Christoph Maile

Telefon: 0721/12052-21

e-Mail: c.maile@bonsure.com

Nach Abschluss des Studiums der europäischen Betriebswirtschaft habe ich im Jahr 2003 die BonSure GmbH mitgegründet. Als Versicherungsmakler berate ich IT-Firmen und Start-Ups im Risikomanagement.

Ljubodrag Skroza

Telefon: 0721/12052-25

e-Mail: l.skroza@bonsure.com

Als gelernter Versicherungskaufmann (IHK) habe ich im Jahr 2003 die BonSure GmbH mitgegründet und mich auf die Bereiche Schadenmanagement, sowie Firmen- und Privatkundenbetreuung für Sach- und Haftpflichtrisiken spezialisiert.