IT-Haftpflichtversicherung

Als IT-Experte helfen und beraten Sie Ihre Kunden bei komplexen und sensiblen Projekten bzw. setzen diese um. Doch was, wenn Sie selbst einmal Hilfe benötigen? Wenn Ihr Kunde durch einen Fehler Ihrerseits einen finanziellen Schaden erleidet und Sie in die Pflicht nimmt? Oder Sie unberechtigte Ansprüche abwehren müssen? Dann steht Ihnen die richtige IT-Berufshaftpflicht zur Seite.

Die Basis für Ihre Tätigkeit als IT-Unternehmer

Die Basis Ihres Vorsorgekonzepts bildet die IT-Haftpflichtversicherung. Alle weiteren Absicherungen hängen von Ihrem individuellen Risiko (z.B. Rechtsform, Unternehmensgröße, Tätigkeitsgebiet) ab und sollten individuell abgestimmt werden.

Was ist eine IT-Haftpflichtversicherung und wann leistet diese?

Eine Versicherung speziell für IT-Risiken ist die IT-Haftpflichtversicherung. Sie schützt Sie, wenn andere Schadensersatz von Ihnen fordern und zwar unabhängig davon, ob die Ansprüche aus Personen-, Sach- oder Vermögensschaden entstehen.

Der Schutz prüft die Berechtigung von Forderungen gegen Sie und Ihr Vermögen, befriedigt diese oder wehrt ungerechtfertigte Forderungen in Ihrem Namen ab. Gerade der letztgenannte Fall, dass ungerechtfertigte Ansprüche abgewehrt werden müssen, ist für Unternehmen mit dem größten Risikopotenzial versehen.

Für wen ist der Schutz?

Diese Versicherung ist für alle Unternehmen und Freiberufler, die in der IT-Branche tätig sind.

Wer sind mögliche Anspruchsteller?

Mögliche Anspruchsteller aus der IT-Haftpflichtversicherung sind Dritte (z.B. Auftraggeber), die durch Ihr Unternehmen geschädigt werden, oder Ansprüche aus einer möglichen Schädigung bei Ihnen geltend machen. Durch die integrierte Eigenschadendeckung (z.B. Wiederherstellung der Webseite nach einem Hacker-Angriff) kann auch das versicherte Unternehmen selbst zu den Anspruchstellern zählen.

Was kostet eine IT-Haftpflichtversicherung?

Die Prämie hängt typischerweise vom Jahresnettoumsatz, der gewünschten Versicherungssumme und der Tätigkeit, sowie möglicher Zusatzbausteine ab. Jeder Versicherer kalkuliert unterschiedlich.

Beispiele

Softwareentwickler, Start-Up
  • Jahresnettoumsatz: 150.000 Euro
  • Jahresbeitrag: 546,21 Euro
  • Versicherungssumme für Vermögensschäden: 500.000 Euro
  • Versicherer & Tarif: Hiscox NetIT
Web-Hosting Anbieter
  • Jahresnettoumsatz: 500.000 Euro
  • Jahresbeitrag: 731,85 Euro
  • Versicherungssumme für Vermögensschäden: 500.000 Euro
  • Versicherer & Tarif: Markel Pro IT
IT-Consultant, Freelancer
  • Jahresnettoumsatz: 75.000 Euro
  • Jahresbeitrag: 476,00 Euro
  • Versicherungssumme für Vermögensschäden: 250.000 Euro
  • Versicherer & Tarif: Zurich Safe Care 2.0

Gemeinsamkeiten

incl. Büro-/Betriebsahaftpflichtversicherung mit mindestens 3 Mio. Euro Versicherungssumme für Personen- und Sachschäden, jährliche Zahlweise, incl. Versicherungssteuer von 19%, ohne weitere Zusatzbausteine, Stand 05/2016

Welche Leistungen sind versichert?

Die Basis der IT-Haftpflichtversicherung ist die Unterstützung bei der Abwicklung berechtigter und bei der Abwehr unberechtigter Ansprüche inklusive der Übernahme von Anwalts-, Gerichts- und Gutachterkosten.

Moderne IT-Haftpflichtversicherungen sind mittlerweile sogenannte “All-Risk Deckungen” und bietet eine offene Deckung für alle branchentypischen Haftungsrisiken – das gilt  sowohl für die gesetzliche als auch eine etwaige vertragliche Haftung.

Zusätzlich sind regelmäßig Schäden durch die Verletzung von Schutz- und Urheberrechten, Persönlichkeitsrechte, Geheimhaltungspflichten, Virenübertragung und andere Malware versichert.

Der Leistungsumfang der IT-Haftpflichtversicherung umfasst oft auch sogenannte Eigenschäden. Dies sind Schäden, die Ihnen selbst entstehen – also über den Schutz einer klassischen Haftpflichtversicherung hinausgehen. Dazu zählen teilweise Kosten für die Wiederherstellung der eigenen Webseite nach einem Hackerangriff oder vergebliche Personal- und Sachkosten bei Rücktritt des Auftraggebers zur Sicherung der eigenen beruflichen Existenz.

Warum ein Preisvergleich nicht reicht

Ein Preisvergleich mit Angabe des groben Leistungsumfangs ist schnell erstellt. Doch was hilft Ihnen eine Versicherung mit dem günstigsten Preis und guten Bedingungen, wenn im Schadenfall die Unterstützung fehlt? Neben dem guten Preis-/Leistungsverhältnis stehen z.B. die folgenden Punkte im Fokus:

  • Wie erfahren ist der Versicherer in diesem Geschäftsfeld?
  • Welche Risikofragen werden bei Antragsstellung gestellt (Vermeidung von Obliegenheitsverletzungen)?
  • Wie aktuell ist das Bedingungswerk?
  • Werden besondere Ausschlussklausel vereinbart und wann können diese entfallen?
  • Bietet die IT-Haftpflichtversicherung überhaupt den passenden Schutz?

Gerade der letzte Punkt führt unserer Erfahrung nach immer häufiger zu einem nicht passenden Schutz. Mit der zunehmenden Digitalisierung von Dienstleistungen sind viele Unternehmen zwar IT-Unternehmen – aber nicht im Rahmen einer IT-Haftpflichtversicherung (z.B. Online-Shops). Hier kann die falsche Absicherung schnell zu einem Verlust des Versicherungsschutzes führen.

Je nach Situation unserer Kunden empfehlen wir die passende Gesellschaft. Dabei können wir auf unsere Erfahrung aus der Praxis und eine strukturierte Vorselektion zurückgreifen.

Programmierfehler ruiniert Joghurt

Angenommen, Sie erstellen als Dienstleister eine Software für ein Logistikunternehmen der Lebensmittelbranche. Durch einen Programmierungsfehler werden die Haltbarkeitsdaten von Waren nicht erfasst und sind bei der Auslieferung bereits abgelaufen. Die Ware muss vernichtet werden. Außerdem hat sich Ihr Kunde vertraglich dazu verpflichtet, die Haltbarkeitsdaten verlässlich zu überprüfen und begeht durch Ihren Fehler unverschuldet Vertragsbruch. Der Schaden für die Vernichtung der Waren, den vergeblichen Transport, den entgangenen Gewinn und die Vertragsstrafe bewegt sich im sechsstelligen Bereich. Das wäre ein Fall für die IT-Haftpflichtversicherung.

Vom Update zum Totalverlust

Ein kleines IT-Unternehmen schloss einen Software-Wartungsvertrag mit einem Versicherungsmakler ab. Bei einem Software-Update wurden sämtliche firmeneigene Daten (Buchhaltungsdaten und Archiv mehrerer Jahre) gelöscht. Das zuvor erstellte Backup war unbrauchbar, was dazu führte, dass die Daten manuell wieder ins System eingegeben werden mussten. Der Aufwand für die Wiederherstellung der Daten belief sich auf 185.000 € und wurde nach Abzug des Selbstbehalts von der IT-Haftpflichtversicherung (Hiscox) erstattet.

Die Tücke liegt im Detail

Ein IT-Unternehmen entwickelte als Subunternehmer einer Werbeagentur ein Online-Formular für einen Finanzdienstleister, um Adressen von potenziellen Kunden generieren zu können. Durch einen Programmierungsfehler (ein $-Zeichen zu viel) kamen die formatierten Datensätze beim Finanzdienstleister nicht an. Der Finanzdienstleister entzog daraufhin der Werbeagentur das Budget. Die Werbeagentur machte gegenüber dem IT-Unternehmen einen Schaden wegen entgangenen Gewinns geltend. Nach Prüfung der Unterlagen hat die IT-Haftpflichtversicherung (Hiscox) den Schaden mit einer Zahlung in Höhe von 650.000 Euro reguliert.

Neuinstallation

Ein IT-Unternehmer entwickelte eine Software für ein Speditionsunternehmen (Fuhrpark-Management-System). Bei der Schnittstellenprogrammierung und Anbindung trat ein Fehler auf, der Spannungsschwankungen in den Bordsystemen der LKWs zur Folge hatte. Der Betrieb der Spedition wurde erheblich gestört. Die Software musste in einer Spezialwerkstatt aufwendig neu installiert werden. Es entstand ein Gesamtschaden von 97.000 €, der nach Prüfung des Schadens von der IT-Haftpflichtversicherung (Hiscox) reguliert wurde. Durch die schnelle Reaktion und das Einschalten eines Sachverständigen konnte die Spedition den Normalbetrieb schnell wieder aufnehmen.

Ihr Ansprechpartner

Christoph Maile

Telefon: 0721/12052-21

e-Mail: c.maile@bonsure.com

Nach Abschluss des Studiums der europäischen Betriebswirtschaft habe ich im Jahr 2003 die BonSure GmbH mitgegründet. Als Versicherungsmakler berate ich IT-Firmen und Start-Ups im Risikomanagement.